Fitbit ChargeHR & Surge | Eierlegende Wollmilchsau

Eierlegende Wollmilchsau ist eine umgangssprachliche Redewendung, mit der etwas (eine Sache, Person oder Problemlösung) umschrieben wird, das „nur Vorteile bringt, alle Bedürfnisse befriedigt, allen Ansprüchen genügt“. Nachdem ich vier und eine Sportuhr im Alltag aktiv genutzt habe, möchte ich meine Erfahrungen teilen. Dieser Beitrag wiederspiegelt einzig und alleine meine Meinung zu den folgenden Modellen.

Als ich vor mehr als zwei Jahren meine Ziele neu definiert habe, sprich mit begonnen habe um abzunehmen wollte ich das auch irgendwie dokumentieren. Mein erster Aktivitätstracker war der Withings Pulse. Damals einer der wenigen auf einem aufkommenden Markt. Ich war immer zufrieden. Er überwachte die gemachten Schritte, Aktiv zurückgelegter Höhenunterschied, Zurückgelegte Distanz, Verbrauchte Kalorien und den Schlaf. Alles Dinge die heute Standard sind. Mittlerweile kann der Pulse Ox wie er heute heisst auch die Herzfrequenz messen. Es gab und gibt einen Gürtelclip und auch ein Armband. Meiner Meinung nach auch heute noch ein empfehlenswerter . Ein Testbericht gibt es drüben bei technikblog.ch

Leider hat dieser nach knapp zwei Jahren intensivem nutzen den Geist aufgegeben. Also war mit den vielen Trackern auf dem Markt die Zeit reif etwas anderes auszuprobieren. Kurzum den Fitbit Flex gekauft. Ein einfacher und sehr guter Tracker. Dieser misst die Schritte, Kalorien, die Strecke und den Schlaf. Ein grosser Vorteil für mich ist dass der Tracker wasserdicht ist. Duschen oder auch baden im Freibad ist also kein Problem. Minuspunkt ist das magere, nur durch fünf LED-Lämpchen bestückte . Für alles andere muss ständig das Smartphone zur Hand genommen werden. Testbericht bei technikblog.ch

polar_loopIm Februar habe ich mich entschieden nochmals den Tracker zu wechseln, was im nachhinein ein Fehler war. Es sollte also ein Polar Loop werden. Klarer Vorteil, auch dieser Tracker ist wasserdicht. Zudem kann der Loop mit dem Herzfrequenz H7 Brustgurt verbunden werden. Die Messungen sind sehr genau, leider vergisst man gerne den Gurt anzulegen. Mir ging es jedenfalls so. Sehr schlecht meiner Meinung nach das Zuscheiden des Armbandes. Erstens ist das sehr mühsam mit der Gefahr das man es falsch abscheidet, und zweitens ist der Wiederverkaufswert in der heutigen Zeit von eBay und Ricardo gleich Null. Auch dieser Tracker zeichnet Schritte, Kalorien, die Strecke und den Schlaf auf. Zudem Intensitätsstufen der Aktivität sowie einen Alarm wenn man sich zu lange zu wenig bewegt. Wer’s mag, ich konnte mich nicht für diese Funktion erwärmen. Zudem stehen nicht die reinen Schritte im Fokus, sondern eine Mischung zwischen Schritte und im allgemeinen. Man kann im Webportal seine passende Stufe an Aktivität einstellen. In meinem Fall war das 100% Tages-Soll so ca. bei 16’000 Schritten erfüllt. Testbericht bei technikblog.ch

fitbit_chargehr_surgeNun wieder zurück zu Fitbit. Die Fitbit Surge habe ich schon lange ins Auge gefasst. Schon beim ersten Bericht auf TechnikBlog.ch über die neuen Tracker Charge, ChargeHR und Surge dachte ich mir das könnte meine Sportuhr werden. Als Alternative stand noch die Sportuhr V800 von Polar zur Auswahl. Diese kann aber keinen Schlaf tracken.
Dann hatte der TechnikBlog die Surge vor allen anderen im Test. Als er nach dem Test die Uhr zum Verkauf anbot habe ich zugeschlagen. Danke Hans. Kommen wir nun zu meinen Erfahrungen. Sowohl die Surge als auch der ChargeHR Tracker sind coole Teile. Warum zwei Tracker? Zum einen ist es seit längerem möglich mehrere Tracker mit der Fitbit App zu verbinden, und zum anderen ist die Surge für die Nacht, also um den Schlaf zu tracken doch etwas gross. Da ist der ChargeHR doch um einiges angenehmer zu tragen. Beide Tracker verfügen über die üblichen Aktivitätstracker Features wie Schritte, Kalorien, Strecke usw… Mit der Surge können zusätzlich Aktivitäten wie Laufen, Wandern und seit dem letzten Update auch Biken aktiv aufgezeichnet werden inkl. GPS Daten. Bei normaler Nutzung hält der Akku knapp eine Woche, mit GPS Aufzeichnung sinkt die Akkuleistung drastisch. Damit muss und kann ich leben.

Nun möchte ich noch zum wohl wichtigsten Features, der Herzfrequenz Messung kommen. Darauf habe ich mich am meisten gefreut. Die Ernüchterung war den um so grösser. Leider ist die HF-Messung nicht so zuverlässig wie gewünscht.
Das folgende tönt komisch ist aber so. Es gibt drei Zustände der HF-Messung. Ist die Uhr und Haut trocken funktioniert die Messung einwandfrei und sehr genau im Vergleich zu einem Brustgurt. Am anderen Ende der Scala funktioniert die Messung überhaupt nicht und es werden lediglich zwei Striche auf dem Display angezeigt. Es gibt einen Hilfe Artikel über die Herzfrequenz bei Fitbit und ich habe versucht all diese Tipps zu befolgen. Leider ohne Erfolg.
Ist die Haut schweissnass wie es üblich ist beim Sport, ist die Messung sehr ungenau. Unten ein Printscreen der letzten Aktivität, einer Biketour. Zuerst ging es noch Bergauf und die Messung war noch einigermassen Okay. Später bei Kilometer 30 war ich im flachen unterwegs mit ca. 24km/h und einer Herzfrequenz von 87 Schlägen/min. Ich könnt mir glauben, dass ist komplett falsch. Bei diesen Bedingungen habe ich normalerweise eine HF von ca. 120-130 Schlägen/min. Ich habe Hilfe beim Support gesucht. Leider ohne Erfolg. Ich selbst habe herausgefunden dass das Reinigen des Sensor mit dem Finger und nach kurzem Bewegen der Uhr am Handgelenk die HF-Messung meistens wieder korrekt funktioniert.

Mein Fazit: Die Fitbit Surge kommt der Eierlegende Wollmilchsau sehr nahe. Leider hinterlässt die Surge, das gleiche gilt übrigens auch für den ChargeHR, mit der inkorrekten HF-Messung einen bitteren Beigeschmack.

fitbit_surge_herzfrequenz_messung

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Einen tollen Praxisbericht hast du hier. Mir sind die Probleme mit der Pulsmessung bei der HR nicht aufgefallen, wobei mir aber der Vergleich per Brustgurt auch gefehlt hat. Guckt man sich aber den Pulsverlauf an, ist der bei mir schon sehr hoch am Ende der sportlichen Belastung. Also entweder Du bist wirklich gut trainiert oder die Messung lag daneben.

    Ich hab für mich die Uhr beim Sport auch immer 1-2 Löcher enger angelegt. Da hatte es am Ende dann zwar den Abdruck vom Sensor auf dem Arm, aber der Sensor lag definitiv die ganz Zeit auf der Haut auf.

    Garmin hat bei seiner Forerunner 225, die im Wesentlichen die gleiche Technologie nutzt (ich nehme an, bei alle bei Mio lizensiert), einen Gummiring an der Uhreninnenseite, der einfallendes Licht reduzieren und damit die Messergebnisse verbessern soll.

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